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Projektinhalte

Anfang Juni 2011 waren im Rahmen des Comenius Projekts polnische Schüler des technischen Gymnasiums in Poniatowa am Alstergymnasium zu Besuch.
Zusammen mit der damaligen 12a arbeiteten sie an dem Comenius Projekt, ein virtuelles Fitnessstudio zu gestalten. Zuerst war geplant, einen kompletten Businessplan zu erstellen. Nach Besuchen bei der Bank und bei einem örtlichen Fitnessstudio wurde beschlossen, sich auf ein bestimmtes Themengebiet zu konzentrieren. Somit spezialisierten sich die Schüler auf die Mitarbeiterauswahl in Bezug auf die verschiedenen Fitnessstudios. Ein leerstehendes Gebäude im Zentrum Henstedt-Ulzburgs diente als möglicher Standort für das Projekt.

 (ehemaliges Restaurant am Ulzburg Center)

Konkret informierten sich die Schüler erst einmal über die Unterschiede zwischen den verschiedenen Studios. Das Ergebnis hierbei war, dass die Zielgruppe für die Faktoren Mitarbeiter, Öffnungszeiten, Preise und Angebote entscheidend ist. Hierfür wurden Kleingruppen gebildet, die unterschiedliche Fitnessstudiotypen bearbeiteten. Die Gruppen beschäftigten sich mit folgenden Fragen:
• Wie viele und welche Mitarbeiter werden benötigt?
• Welche Qualifikationen braucht das Personal?
• Wie sollen konkrete Bewerbungsunterlagen aussehen?
• Welche Fragen werden beim Bewerbungsgespräch gestellt?
• Wie sollte sich der Bewerber präsentieren?

Innerhalb der Gruppen wurde über diese Fragen diskutiert und anschließend Dokumente dazu erstellt. Zum Schluss wurden diese Dokumente bei einem simulierten Bewerbungsgespräch angewendet, indem die Schüler ihre ausgearbeiteten Fragen und Antworten für ein Bewerbungsgespräch präsentierten.
Die polnische Gruppe dokumentierte die verschiedenen Gespräche per Videokamera (die Videos folgen noch).

 

Erfahrungsbericht

Polenbesuch im Rahmen des Comeniusprojekts

Aufregung, Ungewissheit und Neugierde, das waren die Gefühle, mit denen wir, die Klasse 12a, der ersten Woche als Gastgeber entgegenschauten. Zuvor hatte bereits ein Teil der Klasse im Rahmen des Comeniusprojekts die Türkei besucht; zu Gast war in Deutschland allerdings noch niemand gewesen.
Die Türkeiwoche entsprach in Bezug auf die Projektarbeit nicht ganz dem, was wir uns dabei gedacht hatten. Anscheinend hat jedes der teilnehmenden Länder seine ganz eigene Vorstellung des Projekts. Genauso hatten wir unsere Zielsetzung für die Woche in Deutschland bereits vereinbart und waren gespannt, ob wir diese verwirklichen werden können.
Soviel schon einmal vorweg: Nein, wir haben nicht genau an den Dingen gearbeitet, die wir uns eigentlich vorgenommen hatten, stellten dafür aber neue Pläne und Ziele auf und setzten diese auch um.
Aber eins nach dem anderen. Neun Schülerinnen aus der 12a nahmen an dem Austausch teil. Zu Gast waren acht Polen und eine Polin, die bei uns deutschen Schülerinnen zu Hause wohnten und unserem Alter entsprachen. Zwei polnischen Lehrkräfte begleiteten die Gruppe und waren während der Woche zu Gast bei zwei Lehrern des Alstergymnasiums, die auch an dem Projekt beteiligt waren und den Gegenbesuch in Polen begleiten werden.
Auf dem Programm standen von Montag bis Donnerstag Projektarbeit am Alstergymnasium sowie zahlreiche Ausflüge und gemeinsame Aktivitäten vor Ort. Beispiele hierfür sind unter anderen Bowling, ein Besuch in der FUN-Arena Henstedt-Ulzburg und ein Grillabend. Am Freitag war „projektfrei“ und wir verbrachten den Tag mit Stadtbesichtigungen in Hamburg. Die Tage waren demnach komplett ausgefüllt, was auch damit zusammenhing, dass wir deutschen Schülerinnen auch während der Freizeit gemeinsame Aktivitäten, wie Eisessen oder Shoppen gehen, mit dem Polen unternahmen, um ihnen möglichst viel von unserer Heimat bzw. unserem Leben zeigen zu können. Wir waren also meist in einer großen Gruppe unterwegs, die das Kennen lernen aller gegenseitig ermöglichte. Wir lachten viel, versuchten uns gegenseitig unsere Sprache beizubringen und mussten manch einen Satz auch mal mit Händen und Füßen erklären. Diese vielen Unternehmungen und das Gefühl, sich ständig um seinen Gast kümmern zu müssen, haben uns viele Nerven und Energie gekostet.
Insgesamt allerdings hat sowohl uns deutschen als auch den polnischen Schülern die Woche gut gefallen. Das Kennen lernen neuer Menschen, deren Kultur und einer sehr anderen Arbeitsmoral war eine interessante Erfahrung für uns. Gerade das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern fiel uns auf. Die Lehrer waren eher „erwachsene Mitschüler“, weshalb der Umgang mit den Schülern für uns oft ungewohnt privat und eng war. Auf Grund dieses Verhältnisses zueinander fehlt unserer Ansicht nach wohl auch ein wenig der Respekt, der zu dem Arbeitsverhältnis zwischen Lehrern und Schülern notwendig ist. Die Motivation, an dem Projekt zu arbeiten hielt sich also eher in Grenzen, weshalb wir unsere Zielsetzung während des Projekts änderten. Im Endeffekt allerdings ist dies nicht negativ, da wir so eine andere Arbeitsmoral und eine andere Einstellung zur Schule kennen gelernt haben. Somit haben wir neue Einblicke in andere Lebensweisen gewinnen können. Dies traf auch vor allem bei Gesprächen über das Privatleben der Jugendlichen zu. Das Leben in größeren Familien und in kleineren ländlicheren Orten unterscheidet sich einfach von unserem.
Des Weiteren brachten wir in Erfahrung, dass viele polnische Menschen Deutschland auf Grund seiner Geschichte eher mit etwas Negativem verbinden. Dies schockierte uns ziemlich und wir hoffen alle, dass die Gäste aus Polen mit einem positiven Bild von Deutschland wieder zurück in ihre Heimat gefahren sind. Durch Kontakt per E-Mail haben wir jedoch viel positives Feedback für die Woche hier in Deutschland erhalten.

Alles in Allem sind wir deutschen Schülerinnen uns einig: Die Woche war zwar mit all ihren Aktivitäten und neuen Eindrücken sehr anstrengend, jedoch empfinden wir die Erfahrung als eine sehr Interessante, aus der wir viel mitnehmen können.



 

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